15. März 2022

Lebende Bilder

Performance am 8. März

© Ursula Günther

“Stop All Violent Practices Against Women!” Unter diesem Motto fand im Rahmen des Internationalen Frauentags am 8.März eine künstlerische Intervention mitten im Zentrum Hamburgs statt. Eine Gruppe von Frauen und Mädchen aus dem migrantischen Kollektiv ARRiVATi unter Leitung von Lavanya Boesten und Sista Oloruntoyin gaben dem Schmerz über die immer noch allgegenwärtige Gewalt an Frauen und Mädchen mit ihren Stimmen und Körpern auf eindrucksvolle Weise Ausdruck. Die unterschiedlichen Formen sexualisierter Gewalt kamen zur Sprache: Vergewaltigung, auch im Kriegskontext, Demütigungen, Kontrolle über weibliche Sexualität u.A. „My body is not your battlefield“ war ein Slogan, der immer wieder auftauchte und deutlich machte, dass die Frauen sich nicht als wehrlose Opfer sehen, sondern selbstbewusst ihr Leben in die Hand nehmen. Sie forderten eine Ende aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen und die Selbstbestimmung über den eigenen Körper: „My body is my body! My body is not your body!“ Sie möchten diese Botschaft vor allem auch der Generation ihrer Töchter vermitteln. Zum Beispiel dann, wenn ein Eingriff wie die Beschneidung der weiblichen Genitalien droht, die erhebliche physische und psychische Folgen haben kann. Tausende Frauen und Mädchen sind auch hier in Deutschland von dieser Praktik betroffen oder bedroht. Seit 2021 gibt es einen bundesweiten Schutzbrief, der unmissverständlich deutlich macht, dass es sich dabei um eine Straftat handelt. Er soll Familien dabei helfen, ihre Töchter zu schützen. Doch ein Schutzbrief allein genügt nicht, es braucht auch ein Umdenken in den Köpfen. Die Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen über ihren Körper und über ihre Sexualität darf nicht länger ein Tabu sein! Das Frauenwerk der Nordkirche hat zusammen mit weiteren kirchlichen Akteur*innen ein Projekt ins Leben gerufen, das dieses Thema in der Öffentlichkeit bekannter machen und auch betroffenen Frauen unterstützen möchte. Weitere Infos unter: https://www.frauenwerk-nordkirche.de/projekt-fgm/c/.