08. März 2022

Weltfrauentag

Nicht wegschauen!

© Foto Ben Beyer

Wie in jedem Jahr setzen sich Frauen am 8. März mit Aktionen, Kundgebungen und vielen anderen Veranstaltungen für Gerechtigkeit und für ein Ende von Gewalt und Fremdbestimmung ein. In diesem Jahr wird diese Forderung angesichts der Lage in der Ukraine eine besondere Bedeutung haben.

Pressemitteilung zum Weltfrauentag am 8. März 2022

Schon mehr als 100 Jahre fordern Frauen weltweit am 8. März mit Demonstrationen und Protestaktionen ein Ende von Benachteiligung und von Gewalt, die Gleichstellung aller Geschlechter und das Recht auf Selbstbestimmung. Das Frauenwerk der Nordkirche setzt sich für und mit Frauen für diese Anliegen ein und verweist zum Weltfrauentag 2022 auf die Notwendigkeit, weiterhin gegen strukturelle Missstände anzugehen. Pastorin Susanne Sengstock, Leiterin des Frauenwerks, meint: „Evangelische Frauenarbeit nimmt auch Unrecht in den Blick, das tabuisiert wurde oder noch wird. Viele Menschen schließen die Augen, können und wollen es zum Beispiel nicht glauben, dass direkt vor ihrer Haustür Frauen Opfer von Gewalt und Menschenhandel werden.“ Mut mache dabei die Erfahrung, dass viele Themen, die lange Nischenthemen waren, heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen seien: Zum Beispiel die Arbeitsbedingungen von Näherinnen, die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern oder das Armutsrisiko von Frauen, die ihre Erwerbstätigkeit einschränken, um für Angehörige da zu sein.

Ein neues Kunst- und Bildungsprojekt der Nordkirche, an dem das Frauenwerk beteiligt ist, will auf das Thema FGM/C – Female Genital Mutilation/Cutting, also die gewaltsame Genitalbeschneidung, aufmerksam machen. Diese Menschenrechtsverletzung droht auch rund 1300 Frauen und Mädchen, die im Gebiet der Nordkirche leben. „Als Christinnen sind wir verpflichtet, Partei zu ergreifen für Frauen, deren Rechte eingeschränkt sind“, so Susanne Sengstock. In Hamburg findet zum Auftakt am 8.März eine Performance und Kunstinstallation unter dem Titel „Women’s Voice. Stop All Violent Practices Against Women“ u.a. mit Lavanya Honeyseeda und Sista Oloruntoyin statt. Start ist am Gerhard-Hauptmann-Platz um 16.30 Uhr, kurz vor der Demonstration des feministischen Bündnisses 8. März in der Hamburger Innenstadt.

Bereits am 7. März lädt das Frauenwerk der Nordkirche zu der Online-Veranstaltung „Widerstand, feministisch“ ein. In diesem Workshop mit Referentin Sophie Gall ab 19 Uhr geht es u.a. um die Geschichte des feministischen Protestes und um öffentlichkeitswirksame Ideen und Aktionen. Anmeldung unter www.frauenwerk-nordkirche.de.