13.09.2022, 09.30 Uhr - 15.45 Uhr | Hamburg

Weibliche Zwangsgenitalbeschneidung - Diversitätssensible Perspektiven

Fachtag in Hamburg 13.09.22

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©UrsulaGünther

Die Beschneidung von Mädchen und die Zwangsgenitalbeschneidung von Frauen sind Menschenrechtsverletzungen, von denen  Frauen und Mädchen weltweit direkt oder indirekt betroffen sind. Auf Grund von Migration und Flucht sind auch in Deutschland Tausende von Frauen und Mädchen betroffen oder bedroht. Der Eingriff kann schwere und dauerhafte körperliche und seelische Schäden zufügen und ist Ausdruck kulturell geprägter Vorstellungen von weiblicher Sexualität und Schönheitsidealen, die eine Ungleichbehandlung der Geschlechter fördern. Gleichzeitig ist die Wahrnehmung von betroffenen Frauen häufig von geschlechterstereotypen und kolonialistischen Sichtweisen geprägt.

Der Fachtag hat das Ziel, fundiertes Wissen über Hintergründe und Zusammenhänge der Praktik weibliche Genitalbeschneidung und einen diversitätssensiblen Umgang damit zu vermitteln. Dafür werden herrschende Bilder weiblicher Sexualität und weiblicher Schönheitsideale angeschaut, hier und in anderen Kulturen. Denn auch in europäischen Kulturen existieren Geschlechterstereotype und Schönheitsideale und eine selbstbestimmte    Sexualität ist nicht selbstverständlich. Diese Reflexion soll in einen transkulturellen Dialog eingebettet werden, in dem wir fragen, welche Bilder wir voneinander haben und was wir voneinander wissen bzw. nicht wissen.

Wir werden mit betroffenen Frauen sprechen, nicht über sie. Dieser Schritt ist notwendig, um betroffene Frauen wirkungsvoll beraten zu können und sie auf ihrem Weg zu unterstützen. Das Gespräch miteinander ist auch notwendig, um zu einer diskriminierungsfreien Sprache und Gesellschaft zu kommen.

Der Fachtag findet im Rahmen der Kunst-und Bildungsprojekts „Menschenrechtsverletzung weibliche Genitalbeschneidung  - Dialogräume eröffnen“ statt.

Den Veranstaltungsflyer zum Download finden Sie hier: Flyer

Datum 13.09.2022

Uhrzeit 9:30 - 15:45 Uhr

Ort Barmbek Basch, Zentrum für Kirche, Kultur und Soziales Hamburg, Wohldorfer Str. 30, 22081 Hamburg

Kosten
50 € für Vertreterinnen von Institutionen,
30 € für Einzelpersonen. Ermäßigung ist auf Anfrage möglich.

Veranstalterin Frauenwerk der Nordkirche. Mit freundlicher Unterstützung durch das Referat Friedensbildung der Nordkirche, die Arbeitsstelle Ökumene/Interkulturelle Kirche, contra, Fachstelle gegen Frauenhandel in Schleswig-Holstein, Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-Ost, TABU - Anlaufstelle Gesundheit-Frauen-Familie, Schwerpunkt FGM/C, Diakonisches Werk Altholstein Gmb

Ablauf:

9.30 Uhr       Ankommen bei Kaffee und Tee

10.00 Uhr      Begrüßung
                      Julika Koch und Irene Pabst                        
                      Einführender Vortrag von
                      Gwladys Awo
                      Rückfragen und Gespräch

11.30 Uhr      Kaffeepause

11.45 Uhr      Fachgespräch: Sprechen über Unaussprechliches. Weibliche Genitalbeschneidung in unterschiedlichen Perspektiven

                      Mit Ann-Marlene Henning, Delphine Takwi,
                      Mariama Diallo,
                      Yero Bobo Barry

                      Moderation:
                      Dr. Ursula Günther

13.00 Uhr      Mittagspause mit Imbiss

13.45 Uhr      parallele Workshops:

- Workshop 1:
Women2Women - the Art of Healing
Erfahrungen aus den Workshops mit betroffenen Frauen
Sista Oloruntoyin
- Workshop 2:
Diversitätssensible Beratungsarbeit
Gwladys Awo
- Workshop 3:
Genitales Selbstbild – Einfluss auf die Sexualität
Ann-Marlene Henning

15.15 Uhr     Kaffeepause

15.30 Uhr     Abschluss im Plenum

15.45 Uhr     Ende
 

Mitwirkende:

Gwladys Awo, Expertin für FGM/C und Projektkoordination "Men Standing Up for Gender Equality", Lessan e.V., Hamburg

Yero Bobo Barry, Aktivistin für die Überwindung von struktureller Gewalt zwischen den Generationen, Guinea

Lavanya Honeyseeda, Künstlerin und Menschenrechtsaktivistin, Initiatorin des Projekts „Menschenrechtsverletzung weibliche Genitalbeschneidung – Dialogräume eröffnen“, Hamburg

Mariama Diallo, Aktivistin für Kunst und Transformation, Panafrikanistin, Wien

Dr. Ursula Günther, Islamwissenschaftlerin, Arbeitsstelle Ökumene/Interkulturelle Kirche, Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-Ost

Ann-Marlene Henning, Sexual,- und Paartherapeutin, Autorin und Dozentin, Hamburg

Julika Koch, Referat Friedensbildung der Nordkirche, Hamburg

Sista Oloruntoyin, psychosoziale Beraterin, Künstlerin, Aktivistin für die Black Community, Hamburg

Irene Pabst, Referentin für Transkulturellen Dialog und Müttergesundheit, Frauenwerk der Nordkirche, Hamburg

Renate Sticke, Projektleiterin der Beratungsstelle TABU in Kiel und Landeskoordinatorin FGM/C für Schleswig-Holstein.

Delphine Takwi, Sozialpädagogin, Fachstelle gegen Frauenhandel in Schleswig-Holstein contra, Kiel