Transkulturelles und Interreligiöses Lernhaus der Frauen

Vielfalt entdecken – Dialog erleben – Zusammenleben gestalten

Das Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen Kulturen und Religionen prägt unsere Gesellschaft. Durch Globalisierung und Migration begegnen uns viele unterschiedliche Sprachen, Arten sich zu kleiden oder zu essen, Musik, religiöse Rituale u.a. Manches wandert in eine Kultur ein und manches bleibt fremd, Kulturen verändern sich, klare Grenzen lösen sich auf. „Kulturen fließen ineinander“ (Ilja Trojanow). Die entstehende Vielfalt ist eine große Bereicherung und gleichzeitig eine Herausforderung. Unterschiede aushalten, Meinungsverschiedenheiten friedlich austragen, Missverständnisse dialogisch auflösen und das Miteinander für alle fruchtbar gestalten zu können. Genau das ist das Ziel des Lernhaus der Frauen, diese Fähigkeiten miteinander auszubilden und somit unsere demokratische Gesellschaft zu stärken.

Ein Ort der Begegnung auf gleicher Augenhöhe

Das Transkulturelle und Interreligiöse Lernhaus der Frauen ist ein Ort der Begegnung und des Dialogs für Frauen mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln, mit oder ohne Migrationshintergrund, mit oder ohne Zugehörigkeit zu einer Religion, mit unterschiedlichen Lebensgeschichten, Lebensaltern, Fähigkeiten, Fragen und Hoffnungen. Dieser Ort ist räumlich nicht an einen bestimmten Platz gebunden. Ein Lernhaus kann in Kirchen- oder Moscheegemeinden, in interkulturellen Stadtteilzentren oder Projekten entstehen - überall dort, wo es Menschen gibt, die sich dafür einsetzen.

Es gilt: Jede Frau ist willkommen!

Lerngemeinschaft auf Zeit

Wir begeben uns ein Jahr lang auf einen gemeinsamen Lernweg.  Die Lerngruppe trifft sich in der Regel einmal im Monat für drei Stunden. Die regelmäßigen Treffen  ermöglichen einen intensiven und nachhaltigen Lernprozess.

Wir erkunden offen und behutsam, was die Anderen denken.

Wir öffnen uns für ihre Sichtweisen.

Wir stellen uns unseren Vorurteilen und Ängsten.

Wir entdecken Gemeinsamkeiten, wo wir sie nicht vermutet hätten und lernen, Unterschiede stehen zu lassen.

Wir lernen miteinander und voneinander über die Rollen von Frauen in unterschiedlichen Religionen, Familie, Arbeit, Gesundheit, Rassismus, Spiritualität u.v.m. In einem ehrlichen Dialog ist auch Raum für schwierige Fragen wie Umgang mit Gewalt, patriarchalen Strukturen, unterschiedlichen Glaubenstraditionen.  

Wir teilen persönliche Erfahrungen.

Und wir feiern und lachen miteinander.

Gemeinsam entwickeln wir eine Haltung des Dialogs und Respekts.

Interesse am Lernhaus?

Wenn Sie Fragen zum Lernhaus haben, an einem Kurs teilnehmen möchten oder selbst ein Lernhaus anbieten möchten, z.B. in einem Kirchenkreis oder einer Gemeinde, wenden Sie sich bitte an

Irene Pabst
Frauenwerk der Nordkirche, Königsstr. 54, 22767 Hamburg
irene.pabstund@nochfrauenwerk.nordkirche.de

 

Das Gesamtprojekt wird koordiniert von:
Pastorin Joy Devakani Hoppe, Ökumenische Arbeitsstelle Weitblick, Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein
Susanne Kaiser, Arbeitsstelle Ökumene / Interkulturelle Kirche Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-Ost
Nedra Ouarghi, Fachrat Islamische Studien e.V., Hamburg
Irene Pabst, Frauenwerk der Nordkirche, Hamburg
Annette Reimers-Avenarius, Ökumenebeauftragte der Nordkirche, Geschäftsführerin Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Hamburg
Pastorin Dr. Michaela Will, Frauenwerk des Ev.-Luth. Kirchenkreises Hamburg-West/Südholstein

Impressionen vom Kursus 2019 und 2020

© Irene Pabst

© Susanne Kaiser

© Susanne Kaiser

© Irene Pabst

Ausbildung von Dialogexpertinnen mit Zertifikat

Die Lernhaus-Frauen werden zu Dialogexpertinnen und Multiplikatorinnen ausgebildet. Hierfür erhalten sie eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung.
Sie können das Gelernte bei ihrer Arbeit oder auch im persönlichen Umfeld, in den Schulen ihrer Kinder, Familien, Gemeinden wirkungsvoll einsetzen.
Sie setzen sich dafür ein, Brücken zu bauen, wo es Konflikte gibt.
Sie hören zu, wo Menschen nicht gehört werden.
Sie geben denen eine Stimme, die nicht gut für sich selbst sprechen können.
Sie werben für Verständnis und Toleranz.
Sie vermitteln Wissen und bauen dadurch Vorurteile ab.
Sie leben eine dialogische Haltung.

Und sie tragen so zu einem respektvollen Umgang miteinander und einem friedlichen Zusammenleben in unserer Gesellschaft bei.