Neue Zeiten - neue Wege

[von Claudia Niklas-Reeps, Ev. Frauenwerk Schleswig-Flensburg]

Der März ist für mich eine besondere Zeit des Aufbruchs, der neuen Blickwinkel; besonders die Zeit zwischen dem Weltgebetstag am 5. März und dem Weltfrauentag am 8. März. Die intensive Beschäftigung mit dem diesjährigen Weltgebetstagsland Vanuatu, einem Südseeinselstaat, änderte manches. Die Frauen dort haben kein leichtes Leben (fehlende Gleichberechtigung, hohe Gewaltquote) und ihre Inseln sind vom Klimawandel stark bedroht.

"Neue Zeiten, neue Wege" singen die Frauen in einem Lied in dem Gottesdienstentwurf, der in der ganzen Welt gefeiert wird, "unterwegs mit unserem Gott". Oh wie wahr, besonders in dieser Zeit, habe ich gedacht. Absagen des Weltgebetstages war keine Option. Die weltweite Verbundenheit war allen wichtig. Neue Wege waren nun gefragt. Füreinander beten, informieren und aufmerksam machen. Wie so oft in der Frauenarbeit, Freundinnen sein - einander zuhören und handeln. Uns liebgewonnene verlässliche Wege verlassen, stattdessen neue Kommunikationswege entdecken. Gemeinschaft bauen, die auch ohne Präsenz trägt und neue Menschen in Online-Schulungen zusammenbrachte.

"Gott ist unser Fundament" heißt es weiter in dem Lied. Glaube ich es nur immer in neuen und so anderen Zeiten? Wir haben es gewagt. Unser Mut wuchs, neue Wege zu gehen, auszuprobieren und Gott zu vertrauen. Der Mut wächst, sich gegen Gewalt gegen Frauen stark zu machen - nicht nur am Weltgebets- und Weltfrauentag. Mein Mut wächst auf dem Weg des Handelns zu mehr Klimagerechtigkeit, jetzt und nicht irgendwann. Mein Mut wächst mit einer Sprache, die alle meint und benennt. Mein Mut wächst, mein Glaube auch! Mein Glaube und mein Mut wachsen gemeinsam mit!

Foto: Claudia Niklas-Reeps