Liebe Newsletter-Abonnent*innen,

die Frauen sind auf der Flucht, bringen sich und ihre Kinder in Sicherheit. Die Männer kämpfen. Solche  Bilder, die wir aus der Ukraine bekommen und aus den Ländern, die Geflüchtete aufnehmen, erinnern an alte Rollenmuster. Es ist unmöglich, in dieser Krisensituation Rückschlüsse zu ziehen, die über die Fakten hinausgehen. Aber es ist möglich, sich in Solidarität einzusetzen, dass Frauen vor Gefahr und Gewalt geschützt sind. Gut, dass die Hilfsbereitschaft in den europäischen Ländern so groß ist - hoffentlich bewirkt sie auch, dass viele neue Netzwerke entstehen, die irgendwann diese Welt etwas friedlicher machen. Wir im Frauenwerk der Nordkirche bemerken manchmal, dass persönliche Begegnungen mehr an positiver Veränderung bringen als noch so gut gemeinte Konzepte, Gespräche und Gesetze. Begegnung und Austausch sind auch wieder möglich in zahlreichen Seminaren und sorgsam geplanten Reisen, auf die wir mit diesem Newsletter gern hinweisen. Wie immer lohnt sich der Blick auf unser Jahresprogramm und  - stets aktuell -  auf unsere Website www.frauenwerk-nordkirche.de.Übrigens, dieser Newsletter erscheint derzeit in der Regel alle 2 Monate und lässt sich hier einfach abonnieren. Wir freuen uns auf viele Anmeldungen!

 

 

 


Schutz und Hilfe - Contra

Viele Menschen aus der Ukraine sind auf der Flucht. Es sind überwiegend Frauen und Kinder, die Schutz suchen, auch bei uns in Deutschland. Die Unterstützung und Hilfsbereitschaft ist riesig. Trotzdem können die Geflüchteten unterwegs oder bei der Unterbringung einem erhöhten Risiko von Gewalt, Missbrauch, Ausbeutung und Menschenhandel ausgesetzt sein.

Das Recht auf Schutz und Sicherheit von Frauen und Kindern in dieser Notsituation muss von Anfang an berücksichtigt werden. Wir möchten deshalb ukrainische Frauen in Deutschland über bestehende Hilfsangebote informieren und gleichzeitig Menschen, die in der jetzigen Situation ehrenamtlich mithelfen, für das Thema sensibilisieren. Daher haben wir - gemeinsam mit dem Ministerium für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung in Schleswig-Holstein - eine Presse-Information herausgegeben und Info-Flyer auf deutsch, ukrainisch und russisch beigefügt. Die Flyer können gern weitergegeben werden!

Wer von Menschenhandel betroffen ist oder Kontakt zu Betroffenen hat, kann sich in Schleswig-Holstein an Contra wenden. Die Fachberatungsstelle gegen Menschenhandel gehört zum Frauenwerk der Nordkirche. Die Website www.contra-sh.de bietet Infos auch in ukrainischer und russischer Sprache. Telefonisch ist das Beratungsteam unter 0431/55779-191 zu erreichen.


Erklärung
Care und Klima

In ihrer Frühjahrstagung hat die Frauendelegiertenkonferenz der Nordkirche sich zu den Themen Care und Klima positioniert und eine Erklärung heausgegeben, die auch Erkenntnisse aus der Corona-Pandemie einbezieht. Damit erneuert das Gremium die Care-Erklärung der Frauensynode aus dem Jahr 2015. Schon damals bestand die Forderung nach konkreten Maßnahmen zur Überwindung der Krisen. Aber: Noch immer gibt es keine gerechte Verteilung der Sorge-Arbeit zwischen allen Geschlechtern. Der Pflegenotstand wird immer dramatischer, ebenso die Bedrohung durch den Klimawandel. Die Frauendelegiertenkonferenz betont in ihrer Stellungnahme, dass die Verbindung zwischen Care und Ökologie stärker bedacht werden muss, und mahnt einen Perspektivwechsel an. Hier ist die Erklärung von 2022  zu lesen. Sie wird Thema weiterer Veranstaltungen sein und soll in Kirche, Politik und Gesellschaft zu Austausch und Diskussionen führen. 

 


© Ursula Günther

Rückblick: Performance zu FGM/C

Am Internationalen Frauentag zogen sie in Hamburg vor Start der offiziellen Kundgebung die Blicke auf sich: Frauen und Mädchen aus dem migrantischen Kollektiv ARRiVATi unter Leitung von Lavanya Boesten und Sista Oloruntoyin. Sie wiesen mit ihrer eindrucksvollen Kunstperformance auf das Unrecht hin, das Frauen und Mädchen durch gewaltsame Genitalverstümmelung - FGM/C - droht. Mehr Infos hier


© EFiD

Radiogottesdienst zum Frauen*sonntag 2022

Der bundesweite Radiogottesdienst zum Evangelischen Frauen*sonntag 2022 findet am 1. Sonntag nach Ostern (Quasimodogeniti) statt. Er wird am 24. April ab 10 Uhr im Deutschlandfunk live übertragen. Die Predigt hält Josephine Teske, Nordkirchen-Pastorin in Büdelsdorf und Mitglied im Rat der EKD. Sie ist vielen Nutzer*innen der Sozialen Medien durch ihren Instagram-Account "Seligkeitsdinge" bekannt.

Das Thema in diesem Jahr: "spuren des wandels" (Jesaja 35, 1-10). Der Sonntag ist an kein festes Datum gebunden, so dass Gemeinden oder Gruppen ihren Termin frei wählen können. Zur Vorbereitung und Vertiefung bietet das Frauenwerk der Nordkirche gemeinsam mit anderen Beteiligten aus der Evangelischen Frauenarbeit verschiedene Werkstätten an. Am 5. April von 19-21 Uhr findet eine Online -Veranstaltung statt.  Infos und Anmeldungen hier.

 


Samenfestes Gemüse

Im vergangenen Monat startete im Rahmen des Projekts "Mut wächst - Klimabewusstsein erden" eine Qualifizierung zur Multiplikatorin. Die Module und Schulungen können auch einzeln gebucht werden. Am Freitag, 1. April findet von 16 bis 19.30 Uhr das 2. Modul statt zum Thema „Erhalt alter samenfester Gemüsesorten“. Was bedeutet „samenfest“ und welchen Zusammenhang gibt es mit dem Klimawandel?  Wie werden Gemüsepflanzen vermehrt? Diese Fragen und andere beantwortet die Referentin Andrea Heymer, sie ist aktiv im Verein zum Erhalt der Nutzpflanzenvielfalt e.V. (VEN). Anmeldungen sind noch möglich bei der Projektkoordinatorin Dr. Inga Hillig-Stöven per email an klima@frauenwerk.nordkirche.de.

Bereits am 31.März bietet Andrea Heymer in ihrem Garten in Klempau einen Workshop an, bei dem die Teilnehmerinnen lernen, wie sie ein Perma-Gemüsebeet anlegen können. Mehr Infos hier. Anmeldungen per email an frauenwerk-hl(at)kirche-ll.de 

 


Termine, Seminare, Veranstaltungen

Nächste Termine und Veranstaltungen:

Arbeit, die sich lohnt - Lesung und Gespräch mit der Autorin Julia Friedrichs am 6. April in Schwerin und am 7. April in Rostock.

Black Lives matter - Schwarze Leben zählen. Postkoloniale Perspektiven entwickeln. Start der Reihe am 29./30. April in Hamburg, weitere Veranstaltungen online. 

Spirituelle Gastfreundschaft in Hamburg - Besuch im Hindu-Tempel am 3. Mai

Vielfalt sucht Sprache - Kirche geschlechtersensibel gestalten. Online-Veranstaltungen am 11. und 18. Mai

Kommunikation: alltäglich und herausfordernd zugleich - Friedemann Schulz von Thuns Theorie als Navigationshilfe, 12. Mai in Kiel


Gedenken in Ravensbrück

Am 1. Mai findet in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück wieder ein Interreligiöses Gedenken anlässlich des 77. Tages der Befreiung des Frauenkonzentrationslagers statt. In diesem Jahr will es den Zeugnissen verschiedener Frauen in ihren letzten Tagen in Ravensbrück nachgehen. An mehreren Stationen auf dem ehemaligen Lagergelände werden ihre Berichte zu hören sein. Die jüdischen, christlichen und muslimischen Mitglieder der Zukunftswerkstatt Interreligiöses Gedenken laden dazu ein, ihre Wege gehend und gedenkend nachzuvollziehen. Mehr Infos


© KK Ostholstein, M. Heinen

Wo Mut wächst
Ein Tag im Garten am frischen Wasser

Entspannte Atmosphäre, schöne Musik und gutes Essen, und das Ganze an einem wunderbaren Ort an einem hoffentlich hellen und warmen Frühlingstag: Wie klingt das? Wir freuen uns jetzt schon auf unser "Mut-Meeting" im Rahmen des Jahresthemas der Frauenarbeit in der Nordkirche.  Unter dem Motto "Mut wächst" begegnen sich die Hoffnung und der Glaube, dass Gottes Kraft verwandeln kann, und das Bewusstsein der eigenen Verantwortung und Wirksamkeit. Dass dabei viel Mut wachsen kann und Früchte getragen werden können, zeigt das Projekt "Mut wächst - Klimabewusstsein erden".

Am 21. Mai laden wir alle Menschen ein, sich von 11 bis 17 Uhr mit diesem Projekt und anderen Mut-machenden Ideen zu beschäftigen. Geplant sind Impulse aus dem Bereich Geschlechtergerechtigkeit, nachhaltiges Wirtschaften und interreligiöser Dialog.

Mehr Infos und Anmeldung hier


© Herrnhuter Missionshilfe

Schulprojekt in Sambia

Die Annemarie Grosch Frauenstiftung fördert seit kurzem ein neues Projekt, und zwar in Sambia. Dort hat die Herrnhuter Misionshilfe e.V. in Zusammenarbeit mit der Moravian Church of Zambia (MCZ) in  der Region Ndola eine neue Berufsschule gebaut, um mehr Ausbildungsmöglichkeiten für junge Menschen zu schaffen. Mit dem Projektantrag sollen vorrangig Frauen gefördert werden.

Hier weiterlesen


Ein mobiles  AMICA-Team in der Ukraine 2019. © AMICA e.V.

Frauensolidarität im Krieg
AMICA in der Ostukraine

Seit fünf Jahren unterstützt die Frauenrechtsorganisation AMICA e.V. Frauen in der ostukrainischen Region Donbass, wo seit 2014 Krieg herrscht. Nach Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar hat die Partnerorganisation vor Ort in und um Mariupol sofort Nothilfe für die Menschen organisiert. AMICA unterstützt sie dabei.

Birgitt Wulff-Pfeifer, bis zu ihrem Ruhestand Referentin im Frauenwerk Hamburg-West/Südholstein, hat dazu kürzlich einen Bericht geschrieben, der hier zu lesen ist. Mittlerweile ist die Situation noch viel dramatischer, auch und gerade in Mariupol. Wir haben außerdem erfahren, dass die AMICA-Kolleginen aus der Ukraine das Kriegsgebiet verlassen und nach Polen reisen konnten. 
 

Auch Sie können helfen:

 

AMICA e.V.
Volksbank Freiburg
IBAN DE15 6809 0000 0002 1001 00
BIC GENODE61FR1

 

Das Frauenwerk der Nordkirche fördert die Arbeit von Amica e.V seit vielen Jahren.



Ukraine: Appell an Unternehmen

38% der in der Ukraine hergestellten Kleidung werden nach Deutschland exportiert. Schon vor dem Krieg wurden die ukrainischen Arbeiter*innen der in Deutschland sitzenden Unternehmen mit einem Hungerlohn abgespeist. Die Kampagne für Saubere Kleidung e.V. fordert diese Unternehmen auf, jetzt Verantwortung zu übernehmen und ihrer Pflicht zur Sorge gegenüber den Menschen nachzukommen! Das bedeutet beispielsweise, alle Verpflichtungen in Bezug auf Lohnzahlungen oder Entschädigungen einzuhalten, alle Rechte der Beschäftigten zu beachten und Löhne bzw. Aufträge im Voraus zu bezahlen. Das fordern die Evangelischen Frauen in Deutschland, EFiD. Der Dachverband der Evangelischen Frauen ist Mitglied der Kampagne für Saubere Kleidung e.V.

Zur Forderung von EFiD geht es hier.


Newsletter abbestellen:
{luxletter:mail.getUnsubscribeUrl(newsletter:newsletter,user:user)}