Wachsam, solidarisch, demokratisch – gemeinsam für Vielfalt und Gleichstellung
Moin zusammen!
Mit Blick auf die bevorstehende Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern fragen sich viele von uns, wie sich unsere Gesellschaft politisch weiterentwickeln wird.
Demokratische Werte wie Vielfalt, Gleichberechtigung und gesellschaftliche Teilhabe sind nicht selbstverständlich. Sie brauchen unsere Aufmerksamkeit und unser Engagement. Denn Errungenschaften, die über Jahrzehnte erkämpft wurden, können auch wieder infrage gestellt werden.
Als evangelische Feminist*innen setzen wir uns für die gleiche Würde aller Menschen ein. Wir sind überzeugt: Freiheit, Gleichberechtigung und Teilhabe gehören untrennbar zusammen. Wo Menschen auf starre Rollenbilder festgelegt, ihre Rechte eingeschränkt oder Menschen gegeneinander ausgespielt werden, dürfen wir nicht schweigen.
Gerade jetzt braucht es klare und hoffnungsvolle Stimmen für Demokratie, Vielfalt und Gerechtigkeit. Eine offene Gesellschaft lebt davon, dass Menschen ihre Perspektiven einbringen, Verantwortung übernehmen und ohne Angst vor Ausgrenzung oder Abwertung leben können.
In diesem Sinne laden wir Sie ein, die Themen dieses Newsletters zu entdecken und gemeinsam mit uns für eine offene, vielfältige und solidarische Gesellschaft einzustehen.
Herzliche Grüße
Dein Team des Frauenwerks der Nordkirche!
Kiel - Hamburg - Rostock, im September 2026
Runder Tisch Demokratie
Bereits zum fünften Mal lud Bischof Tilman Jeremias am 18. August 2026 zum „Runden Tisch Demokratie“ ein. Auch das Frauenwerk war vertreten, um eigene Projekte und Formate vorzustellen, sich mit anderen Akteur*innen zu vernetzen und gemeinsam Impulse für eine starke demokratische Kultur in Mecklenburg-Vorpommern zu setzen.
Beim Runden Tisch kommen kirchliche und zivilgesellschaftliche Initiativen miteinander ins Gespräch, tauschen sich über aktuelle Entwicklungen aus und entwickeln gemeinsame Ideen für gelebte Demokratie vor Ort. Mit Blick auf die Landtagswahl am 20. September standen dabei insbesondere konkrete Aktionen und Angebote im Fokus. Vorgestellt wurden unter anderem die Demokratie-Koffer der Evangelischen Jugend Mecklenburg, die Aktion „Unser starkes Kreuz für Demokratie – …weil Demokratie nicht vom Himmel fällt!“, die landesweite Wertekampagne „Unser größtes Plus“ sowie das Projekt „Demokratisch vor Ort: Frauen gestalten Gemeinschaft“.
Ein weiteres wichtiges Anliegen war die Unterstützung des Offenen Briefes für den Erhalt der Beratungs- und Bildungsarbeit in Mecklenburg-Vorpommern. Interessierte können den Brief hier einsehen und unterzeichnen.
Bischof Tilman Jeremias brachte die Bedeutung des Engagements für die Demokratie auf den Punkt: „Demokratie lebt davon, dass Menschen miteinander im Gespräch bleiben, Verantwortung übernehmen und sich für das Gemeinwohl einsetzen.“
Denn eines ist klar: Demokratie braucht Engagement – nicht nur vor Wahlen, sondern jeden Tag.
Gut für sich sorgen im Ehrenamt
Das Projekt „Demokratisch vor Ort: Frauen gestalten Gemeinschaft“, das sich an kirchlich engagierte Frauen richtet und vom Frauenwerk begleitet wird, lädt zu zwei kostenfreien Seminaren ein:
„Zwischen Engagement und Alltag – im Ehrenamt gut für sich sorgen“
Termine:
- Samstag, 17. Oktober 2026, in Ludwigslust-Parchim
- Samstag, 14. November 2026, in Vorpommern-Greifswald
Zeit: jeweils von 9:30 bis 16:30 Uhr
Referentin ist Romy Winter, psychologische Beraterin, systemische Therapeutin und Supervisorin, zertifizierte Resilienztrainerin für Erwachsene und Kinder sowie Dozentin und Autorin.
Die Seminare bieten Gelegenheit, die eigene Resilienz zu stärken, Belastungen im Ehrenamt bewusster wahrzunehmen und Strategien für eine gute Balance zwischen Engagement und Alltag zu entwickeln.
Hier geht es zur Anmeldung und weiteren Informationen.
BigS wird 20!
Am Reformationstag 2026 feiert die Bibel in gerechter Sprache (BigS) ihr 20-jähriges Jubiläum. Seit ihrer Veröffentlichung am 31. Oktober 2006 eröffnet sie vielen Menschen neue Zugänge zu biblischen Texten und setzt wichtige Impulse für eine geschlechtersensible und gerechte Sprache in Kirche und Theologie.
Passend zum Jubiläum veröffentlicht das Gütersloher Verlagshaus eine Sonderausgabe der BigS zum Preis von 20 Euro. Ein Grußwort von Bischöfin Kirsten Fehrs würdigt die Bedeutung der Übersetzung für Kirche, Gottesdienst und theologisches Arbeiten.
„Die Bibel in gerechter Sprache feiert Geburtstag – und mit ihr eine Übersetzung, die vielen Menschen neue Zugänge zu biblischen Texten geöffnet hat. Sie lädt dazu ein, vertraute Worte neu zu hören, eingefahrene Deutungen zu hinterfragen und die befreiende Kraft der biblischen Botschaft in ihrer ganzen Tiefe wahrzunehmen. Die BigS macht sichtbar, was lange übersehen oder an den Rand gedrängt wurde: die aktive Beteiligung von Frauen am biblischen Geschehen, die Vielfalt der Stimmen und Perspektiven sowie die sozialen und politischen Kontexte, in denen die Texte entstanden sind. Sie nimmt ernst, dass Sprache Wirklichkeit formt – und dass eine gerechte Sprache helfen kann, Gottes befreiendes Handeln klarer zu erkennen. Mit ihrem bewusst patriarchatskritischen, sozialkritischen und nicht antijüdischen Zugang eröffnet die BigS Räume für eine Theologie, die fragt, widerspricht und ermutigt. Sie fordert dazu heraus, Verantwortung zu übernehmen – für die Art, wie wir von Gott sprechen, und für die Welt, in der wir dieses Sprechen leben. Und wenn es auch manche Skepsis gegeben hat, hat sich gezeigt: Die Bibel in gerechter Sprache wird gelesen, gebetet und gepredigt. Aus guten Gründen ist ihre Übersetzung der Psalmen mit einem Preis gewürdigt worden. Sie spricht Menschen an und bringt ihnen den Schatz der biblischen Überlieferung anders und neu nahe. Gerade deshalb erweist sie sich als lebendig und relevant. Zum Geburtstag der BigS danke ich allen, die an ihr mitgewirkt haben, und allen, die mit ihr arbeiten. Möge sie weiterhin Mut machen, die Bibel als ein Buch der Befreiung zu lesen – offen, kritisch, gerecht und voller Hoffnung.“
Gottesdienstmaterial zum Jubiläumsjahr
Unter dem Titel „Wie stellst Du Dir eigentlich G*tt vor?“ hat das Frauenwerk einen Gottesdienstentwurf zu unterschiedlichen Gottesbildern entwickelt. Die Materialien basieren auf Texten der Bibel in gerechter Sprache und werden kostenfrei zur Verfügung gestellt. Sie erscheinen in Kürze auf der Plattform „Liturgien der Verheißung“ des Gottesdienstinstituts der Nordkirche.
Weitere Informationen:
- Bibel in gerechter Sprache online lesen
- Jubiläumsausgabe
- Gottesdienstmaterialien
Inspirierende Online-Abende zur Bibel in gerechter Sprache
Im Herbst 2026 laden wir zu zwei besonderen Online-Veranstaltungen mit renommierten Theologinnen ein. Freuen Sie sich auf spannende Einblicke in aktuelle bibelwissenschaftliche Forschung, geschlechtergerechte Bibelauslegung und den Austausch über traditionelle und neue Perspektiven auf biblische Texte.
Workshop mit Prof. Dr. Renate Jost
Am Mittwoch, 28. Oktober 2026, von 19.00 bis 20.30 Uhr begrüßen wir Prof. Dr. Renate Jost, die das Buch Rut für die Bibel in gerechter Sprache übersetzt hat. In ihrem Workshop gibt sie Einblicke in die Übersetzungsarbeit und stellt aktuelle Forschungen zu genderfluiden Gottesvorstellungen vor. Gemeinsam betrachten wir ausgewählte Bibeltexte und vergleichen die Übersetzungen der Bibel in gerechter Sprache mit der Lutherbibel. Darüber hinaus bietet der Abend Raum für persönliche Reflexionen und Austausch in Kleingruppen über eigene Gottesbilder.
Weitere Informationen und Anmeldung zum Workshop mit Prof. Dr. Renate Jost
Online-Vortrag mit Prof. Dr. Silke Petersen
Gemeinsam mit den Evangelischen Frauen im Rheinland laden wir herzlich ein zum Online-Vortrag der Hamburger Neutestamentlerin Prof. Dr. Silke Petersen am Donnerstag, 19. November 2026, von 19.00 bis 20.30 Uhr. Unter dem Titel „Maria Magdalena zwischen Text und Tradition“ beschäftigt sie sich mit einer der faszinierendsten Frauenfiguren des Neuen Testaments und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen biblischer Überlieferung und späteren Traditionen.
Weitere Informationen und Anmeldung zum Vortrag „Maria Magdalena zwischen Text und Tradition“
25 Jahre Bibelzentrum Barth
Das Bibelzentrum Barth feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass laden Leiterin Doreen Habermann und ihr Team am Reformationstag, 31. Oktober 2026, zu einer großen Jubiläumsfeier nach Barth ein.
Die Festlichkeiten beginnen um 11 Uhr mit einem Gottesdienst in St. Marien Barth. Anschließend erwartet die Besucher*innen ab 14 Uhr ein abwechslungsreiches, offenes Programm im Bibelzentrum mit zahlreichen Mitmach-Angeboten.
So lädt Barbara Hoffmann-Fette, Referentin im Frauenwerk der Nordkirche, zu kreativen Schreib- und Leseexperimenten für Sprachinteressierte ein. Inspiriert von Martin Luthers Wunsch, die Bibel in die Sprache der Menschen zu bringen, stehen die Vielfalt biblischer Sprache und die Perspektiven von Frauen im Mittelpunkt.
Save the Date: Frauenfrühstück im Advent
Bereits jetzt vormerken: Am Samstag, 12. Dezember 2026, laden Doreen Habermann und Barbara Hoffmann-Fette zum Frauenfrühstück im Advent nach Barth ein. Weitere Informationen folgen im nächsten Newsletter.
Embracing the Future - Ein transkulturelles und interspirituelles Projekt für Frauen
„Macht und Hoheit sind ihr Gewand. Auf den nächsten Tag freut sie sich. Ihren Mund öffnet sie mit Weisheit, und Lehre voll Liebe ist auf ihrer Zunge.“ (Sprüche 31,25-26)
In einer Zeit voller gesellschaftlicher und persönlicher Herausforderungen lädt das Projekt „Embracing the Future“ Frauen unterschiedlicher kultureller, religiöser und spiritueller Hintergründe dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam neue Perspektiven zu entdecken.
Hamburg ist geprägt von einer vielfältigen religiösen Landschaft. Neben den gewachsenen ökumenischen Beziehungen entstehen zunehmend neue Formen von Begegnung. Hier setzt das Projekt an: Es eröffnet einen offenen und geschützten Raum jenseits institutioneller Grenzen, in dem Frauen ihre Spiritualität frei ausdrücken, voneinander lernen und Verbundenheit erfahren können.
Der Titel des Projekts ist inspiriert von den Worten aus Sprüche 31. Dort werden Frauen als weise, starke und hoffnungsvolle Gestalterinnen des Lebens beschrieben. Diese biblische Perspektive ermutigt dazu, Zukunft mit Mut, Verantwortung und Zuversicht anzunehmen und gemeinsam eine lebendige Sisterhood aufzubauen.
Zentrale Werte wie Weisheit, Achtsamkeit, Mitgefühl und Freundlichkeit bilden die Grundlage des Austauschs. Sie stärken nicht nur die persönliche Spiritualität, sondern fördern auch ein menschenfreundliches und solidarisches Miteinander in unserer vielfältigen Gesellschaft.
„Embracing the Future“ ist Einladung und Erprobungsraum zugleich: für Begegnung, gegenseitige Inspiration und die gemeinsame Gestaltung einer hoffnungsvollen Zukunft.
Veranstalterinnen: Pastorin Susanne Kaiser, +) Evangelisch-Lutherischer Kirchenkreis Hamburg-Ost, Pastorin Joy Hoppe Ev.-Luth, Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein und Delphine Takwi, Frauenwerk der Nordkirche
Ein Grund zum Feiern: 2027 – Der internationale Weltgebetstag der Frauen wird 100 Jahre!
Dieses großartige 100. Jubiläum des Internationalen Weltgebetstages (WGT) feiern wir als Frauenwerk der Nordkirche mit der Arbeit mit Frauen im Sprengel Mecklenburg und Pommern.
Wir starten unsere Jubiläumsreihe vor den ersten WGT–Werkstätten für Multiplikatorinnen bereits am Samstag, 26.09.2026 von 11.00 bis 15.00 Uhr in der Evang.-Luth. Kirchengemeinde in 18190 Sanitz bei Rostock. Dieses Fest, zu dem alle WGT–Frauen der letzten 100 Jahre eingeladen sind, ist der Auftakt für ein ganz besonderes WGT–Jahr.
Wir wollen gemeinsam alte WGT–Lieder singen, die Historie des WGT reflektieren, persönliche Geschichten von WGT–Frauen hören und einen Festgottesdienst feiern.
Hier geht es zu weiteren Informationen und zur Anmeldung.
Buchtipp: Fünfzehn Frauen erzählen vom Frieden
Was bedeutet Frieden heute? Dieser Frage widmet sich ein eindrucksvoller Bildband des Kirchenkreises Nordfriesland. Fünfzehn Frauen aus Nordfriesland, unterschiedlich in Alter, Herkunft und Glauben, teilen darin ihre persönlichen Gedanken und Erfahrungen zum Thema Frieden.
Dabei wird schnell deutlich: Trotz aller Unterschiede verbindet die porträtierten Frauen ein gemeinsames Verständnis von Frieden. Für sie steht vor allem der innere Frieden im Mittelpunkt, verstanden als Sehnsucht nach Harmonie, Ausgeglichenheit und Versöhnung. Ihre Lebensgeschichten zeigen zugleich, dass Frieden nicht selbstverständlich ist. Oft erscheint er mehr als Hoffnung und Ziel denn als dauerhafte Realität.
Der Bildband nähert sich einem zeitlosen und zugleich hochaktuellen Thema auf persönliche und greifbare Weise. Er überwindet Grenzen, eröffnet neue Perspektiven und macht Frieden durch individuelle Geschichten erfahrbar.
Der Bildband des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Nordfriesland wurde von Claudia Hansen und Susanne Garsoffky konzipiert. Eindrucksvolle Fotografien von Anna-Sophie Rönsch machen die persönlichen Friedensgeschichten der porträtierten Frauen sichtbar.
Der Bildband ist u.a. über Thalia bestellbar.
Vielen Dank für dein Interesse!
Gemeinsam tragen wir dazu bei, eine offene, vielfältige und gerechte Gesellschaft zu gestalten – mit Mut, Risiko und Verantwortung. Lasst uns weiterhin aufmerksam zuhören, Perspektiven teilen und aktiv für Demokratie, Gleichberechtigung und Teilhabe eintreten.
Unser nächster Newsletter erscheint am 20. Oktober gemeinsam mit unserem Jahresprogramm für 2027.
Viele spannende Veranstaltungen zu unserem neuen Biodiversiätsprojekt „lebens_räume_gestalten global verbunden lokal aktiv“, findet ihr hier.
Lust auf mehr? Begleitet uns auf Instagram und bleibt mit unseren Themen in Verbindung.
Herzliche Grüße
Dein Team des Frauenwerks der Nordkirche